Geboren im Süden Deutschlands, zog es mich 2021 mit meinem Hund in die Schweiz. Dort, zwischen schroffen Bergen, stillen Seen und endlosen Himmeln, entfaltete sich meine Kunst neu. Es war nicht nur die Landschaft, die mich berührte, sondern der Prozess, den sie in mir auslöste. Die Stille, die Weite, die raue Klarheit sie standen im Kontrast zu dem, was in mir war. Und genau in dieser Spannung begann etwas Neues zu wachsen.
Die Natur wurde nicht nur zum Motiv, sondern zum Spiegel. In ihren Strukturen entdeckte ich Muster, in ihren Schatten fand ich Tiefe. Die Fotografie half mir, das Unsichtbare sichtbar zu machen nicht als Abbild der Realität, sondern als Ausdruck eines Gefühls. Stillleben, Texturen, Lichtspiele – jedes Detail sprach eine eigene Sprache. Musik begleitete mich dabei, gab meiner Kreativität Rhythmus und Form.
Auch meine Malerei veränderte sich. Mit Acrylfarben, Markern und unterschiedlichen Materialien begann ich, Kontraste auf die Leinwand zu bringen. Strenge Linien trafen auf fließende Übergänge, dichte Strukturen auf leere Flächen. Ich ließ Farben brechen, Oberflächen aufreißen, experimentierte mit Tiefe und Bewegung. Oft waren es die kleinen, unscheinbaren Dinge, die mich inspirierten das Spiel des Lichts auf einer rauen Wand, die feine Maserung eines verwitterten Holzes, der Rhythmus einer Welle, die sich immer wieder zurückzieht.
Seit 2024 teile ich meine Werke mit anderen. 2025 kehre ich nach Deutschland zurück, nicht aus einem Bedürfnis nach Ankommen, sondern weil der Prozess weitergeht. Die Schweiz hat mich geformt, meine Wahrnehmung geschärft, meine Kunst verändert. Doch ich bleibe in Bewegung immer auf der Suche nach dem, was sich nicht greifen lässt. Nach dem Moment, in dem sich Gegensätze berühren und etwas Neues entsteht.